{"id":248,"date":"2017-10-29T20:26:28","date_gmt":"2017-10-29T19:26:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.arthouse39.de\/wprojekte\/buch\/?p=248"},"modified":"2017-12-22T14:20:55","modified_gmt":"2017-12-22T13:20:55","slug":"rhedae-wagenstadt-mysterioeser-herkunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.arthouse39.de\/7portale\/rhedae-wagenstadt-mysterioeser-herkunft\/","title":{"rendered":"Rhedae &#8211; Wagenstadt mysteri\u00f6ser Herkunft"},"content":{"rendered":"<p>Der urspr\u00fcngliche Name von Rennes-le-Ch\u00e2teau lautete Rhedae, was so viel wie Wagen-Stadt oder Stadt der Fuhrwerke bedeute.<br \/>\nDie Recherche zur etymologischen Namensherkunft und der Frage, aus welcher Sprache der Begriff kommt, ergab zwei hei\u00dfe Spuren: einmal, dass es ein altgermanisches Wort ist und damals tats\u00e4chlich &#8222;R\u00e4dern\/einKutschwage laut  des Traktates &#8222;De origine Latinae linguae tractatus, quo Germaniae, ceu matri, primos &#8230;&#8220; hie\u00df.<br \/>\nEine andere Spur f\u00fchrt zur Namenskunde und besagt, dass Rheda in \u00e4hnlicher Form &#8222;Hrede&#8220; o. &#8222;Rede&#8220; ein weiblicher Vorname ist und im altgermanischen &#8222;G\u00f6ttin&#8220; bedeutete.<br \/>\n\u201eDie beiden G\u00f6ttinnen, welche Beda (de temporum ratione cap. 13) ganz kurz, ohne n\u00e4here schilderung, blo\u00df zur erkl\u00e4rung der nach ihnen benannten monate anf\u00fchrt, sind E\u00e1stre und Hrede; von dieser hat merz, von jener april seinen s\u00e4chsi[s]chen namen.\u201c<br \/>\n<span class=\"qu\">Quelle: <a href=\"https:\/\/books.google.de\/books?id=onxLAAAAIAAJ&#038;pg=PA180&#038;redir_esc=y#v=onepage&#038;q&#038;f=false\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Jakob Grimm: Deutsche Mythologie<\/a><\/span><\/p>\n<p>Da im alten S\u00fcdfrankreich zu Beginn unsrer Zeitrechnung urspr\u00fcnglich mehr Griechisch als anders gesprochen wurde, kommen f\u00fcr die germanischen Wurzeln des Namens Rhedae sowohl die Merowinger, die ja auch germanische Gebiete beherrschten und altfr\u00e4nkisch sprachen, was in der Sprachwissenschaft die Sprache der germanischen Franken genannt wird, als auch die Westgoten in Frage. Allerdings wird das Altfr\u00e4nkische den Merowingern zugeordnet und ist offensichtlich ebenso wie das Katalanische in das sich sp\u00e4ter entwickelnde Okzitanische eingeflossen.<br \/>\nAuch die Endung &#8222;e&#8220; kann eher dem &#8222;keltischen&#8220; Einfluss zugeordnet werden, da das Germanische der Westgoten eher mit &#8222;s&#8220; endete.<\/p>\n<p>Allgemein wird den Westgoten die Gr\u00fcndung der Stadt zugeordnet, man fragt sich jedoch, ob dies die ganze Wahrheit sein kann, wenn man bedenkt, dass schon die Merowinger dort residierten, die zeitlich vor den Westgoten da gewesen sein m\u00fcssen. Die Westgoten sollen die Befestigung und das Schloss (Ch\u00e2teau) gebaut haben, allerdings wird dabei einger\u00e4umt, dass die dazugeh\u00f6rige Kapelle auf einem &#8222;\u00e4lteren Heiligtum&#8220; errichtet wurde. Wer hat dann dieses Heiligtum errichtet, das vermutlich aus einer Zeit noch vor den Merowingern stammt?<\/p>\n<p>Welches Volk ist als ein Nomadenvolk bekannt, das &#8222;auf Wagen wohnt&#8220;? Aus der Geschichte sind dies vor allem die nomadisierenden Reiterst\u00e4mme aus (Mesopotamien) u. a. dem alten Iran, die genau so bezeichnet wurden von den Geschichtschreibern wie Hippokrates. Ihre filzbespannten Planwagen waren wie H\u00e4user gebaut und sie zogen stetig weiter, wenn die Bedingungen nicht mehr so g\u00fcnstig waren. Dass sie bis S\u00fcdfrankreich kamen, ist inzwischen auch hinl\u00e4nglich bekannt.<br \/>\nAuch Herodot beschreibt eines der nomadisierenden Reiterv\u00f6lker in seinem ethnographischen Exkurs: \u201eMuss nicht ein Volk un\u00fcberwindlich und unnahbar sein, das weder St\u00e4dte noch Burgen baut, seine H\u00e4user mit sich f\u00fchrt, Pfeile vom Pferd herab schie\u00dft, nicht vom Ackerbau, sondern von der Viehzucht lebt und auf Wagen wohnt?\u201c (<a class=\"qu\" href=\"http:\/\/www.eurasischesmagazin.de\/artikel\/Skythen-waren-ein-Volk-nomadischer-Steppenreiter\/20040106\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der urspr\u00fcngliche Name von Rennes-le-Ch\u00e2teau lautete Rhedae, was so viel wie Wagen-Stadt oder Stadt der Fuhrwerke bedeute. 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