Maria von Burgund, Maximilian I. und die Gelehrten

Maximilian I. Erzherzog aus dem Haus Habsburg, genannt der letzte Ritter (* 22. März 1459 in Wiener Neustadt; † 12. Januar 1519 in Wels, Oberösterreich – Quelle: Wikipedia), wurde von Maria von Burgund (französisch Marie de Bourgogne; * 13. Februar 1457 in Brüssel; † 27. März 1482 in Brügge Wikipedia) als Gatte erwählt, was damals alles andere als üblich war. Interessant ist, dass eine recht ähnliche Geschichte im Parzifal von Eschenbach geschieht.

Wie auf der Startseite schon erwähnt, holte sich der Kaiser die besten Gelehrten seiner Zeit, Trithemius und Agrippa von Nettesheim an seinen Hof. Letzterer wurde ebenso intensiv von seiner und Maria von Burgunds Tochter, Margarete von Österreich, gefördert. Agrippa gab ihr zu Ehren kostenlose Vorlesungen und verfasste eine Schrift über die Überlegenheit des Weiblichen als kabbalistische Idee „De nobilitate et praecellentia foeminei sexus„. Bekanntestes Werk dürfte allerdings das „De Occulta Philosophia“ sein, ein damals äußerst mutiges Buch über Philosophie, Astrologie, Kabbala, Theologie, Mantik, Evokationsmagie, Angelologie (Engelkunde sozusagen), Amulett- und Talismankunst und deren Zusammenhänge untereinander sowie zu Gott bzw. der Schöpfungskraft und letztlich zu den Schöpfungen, wozu der Mensch gehört. Dabei war es ihm wichtig, diese Art „Magie“ von den seinerzeit als „Teufelswerk“ (nicht nur schwarz)magischer Praktiken abzugrenzen.

Sein Lehrer, Johannes Trithemius OSB (eigentlich Johannes Heidenberg oder Johannes Zeller, auch Johannes von Trittenheim, Johannes Tritheim; * 1. Februar 1462 in Trittenheim; † 13. Dezember 1516 in Würzburg – Wikipedia), unter Eingeweihten als Doktor Faust angesehen, war geheimnisumwittert und man sagte ihm übernatürliche Kräfte und Kenntnisse nach. Berühmt ist seine Interpretation der „Tabula Smaragdina“ dtsch. „Die Smaragdtafel“.
Interessant ist ein Symbol seiner Darstellung, das man ganz unten auf dem vom berühmten Tilman Riemenschneider geschaffenen Relief sieht:

Trithemiuswhole.jpg
Von Tilman Riemenschneider carver – Eigenes Werk (self made photograph), Gemeinfrei, Link

Soweit man es erkennen kann: ein Mond, ein Schlüssel und etwas, das wie eine Mischung aus Weintraube (allerdings nach oben gerichtet und allgemein in der heiligen Symbolik allegorisch für die Abstammungslinie König David, Salomo, Jesus bzw. Maria Magdalenas Ahnenlinie, also der so genannten Desposyni) und Pinienzapfen aussieht (der in vielen Heiligendarstellngen vorkommt, der größte Pinienzapfen steht im Vatikan).

Maximilian I, der auch Ordensgroßmeister des geheimnisvollen Ordens vom goldenen Vlies war, wie der am Wappen hängende goldenen Widder in seinem Portrait unmissverständlich zeigt, ließ Agrippa pikanterweise mit der Erforschung der Genealogie seiner Ahnen beauftragen.
Sein Portrait von Albrecht Dürer weist in dem Zusammenhang ein recht interessantes Symbol auf: Er hält einen Granatapfel in seinen Händen. Dieser steht u. a. für die männliche Fruchtbarkeit von Jesus und wurde von eingeweihten Künstlern als geheimer Hinweis auf die Nachkommenschaft Jesu genutzt, andererseits steht er ebenso als typisches Symbol für Maria Magdalena (deren typische Farben, Rottöne und „paganes“ Grün, ebenfalls deutlich vertreten sind (Zufall?) und Juno / Hera (die italienische / griechische Variante der altägyptischen göttlichen Isis).
Die Form der Nase könnte einen weiteren Kreis schließen, den Khym im Buch manchmal andeutet.

Albrecht Dürer - Portrait of Maximilian I - Google Art Project.jpg
Von Albrecht DürerLQG_SIsDPpL2aQ at Google Cultural Institute maximum zoom level, Gemeinfrei, Link

Das Wappen der Maria von Burgund ist in seiner Symbolik ebenso interessant, wer das Buch gelesen hat, kann sich denken warum …

Blason FR Marie de Bourgogne.svg
Von BiplanjauneEigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, Link

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