Rhedae – Wagenstadt mysteriöser Herkunft

Der ursprüngliche Name von Rennes-le-Château lautete Rhedae, was so viel wie Wagen-Stadt oder Stadt der Fuhrwerke bedeute.
Die Recherche zur etymologischen Namensherkunft und der Frage, aus welcher Sprache der Begriff kommt, ergab zwei heiße Spuren: einmal, dass es ein altgermanisches Wort ist und damals tatsächlich „Rädern/einKutschwage laut des Traktates „De origine Latinae linguae tractatus, quo Germaniae, ceu matri, primos …“ hieß.
Eine andere Spur führt zur Namenskunde und besagt, dass Rheda in ähnlicher Form „Hrede“ o. „Rede“ ein weiblicher Vorname ist und im altgermanischen „Göttin“ bedeutete.
„Die beiden Göttinnen, welche Beda (de temporum ratione cap. 13) ganz kurz, ohne nähere schilderung, bloß zur erklärung der nach ihnen benannten monate anführt, sind Eástre und Hrede; von dieser hat merz, von jener april seinen sächsi[s]chen namen.“
Quelle: Jakob Grimm: Deutsche Mythologie

Da im alten Südfrankreich zu Beginn unsrer Zeitrechnung ursprünglich mehr Griechisch als anders gesprochen wurde, kommen für die germanischen Wurzeln des Namens Rhedae sowohl die Merowinger, die ja auch germanische Gebiete beherrschten und altfränkisch sprachen, was in der Sprachwissenschaft die Sprache der germanischen Franken genannt wird, als auch die Westgoten in Frage. Allerdings wird das Altfränkische den Merowingern zugeordnet und ist offensichtlich ebenso wie das Katalanische in das sich später entwickelnde Okzitanische eingeflossen.
Auch die Endung „e“ kann eher dem „keltischen“ Einfluss zugeordnet werden, da das Germanische der Westgoten eher mit „s“ endete.

Allgemein wird den Westgoten die Gründung der Stadt zugeordnet, man fragt sich jedoch, ob dies die ganze Wahrheit sein kann, wenn man bedenkt, dass schon die Merowinger dort residierten, die zeitlich vor den Westgoten da gewesen sein müssen. Die Westgoten sollen die Befestigung und das Schloss (Château) gebaut haben, allerdings wird dabei eingeräumt, dass die dazugehörige Kapelle auf einem „älteren Heiligtum“ errichtet wurde. Wer hat dann dieses Heiligtum errichtet, das vermutlich aus einer Zeit noch vor den Merowingern stammt?

Welches Volk ist als ein Nomadenvolk bekannt, das „auf Wagen wohnt“? Aus der Geschichte sind dies vor allem die nomadisierenden Reiterstämme aus (Mesopotamien) u. a. dem alten Iran, die genau so bezeichnet wurden von den Geschichtschreibern wie Hippokrates. Ihre filzbespannten Planwagen waren wie Häuser gebaut und sie zogen stetig weiter, wenn die Bedingungen nicht mehr so günstig waren. Dass sie bis Südfrankreich kamen, ist inzwischen auch hinlänglich bekannt.
Auch Herodot beschreibt eines der nomadisierenden Reitervölker in seinem ethnographischen Exkurs: „Muss nicht ein Volk unüberwindlich und unnahbar sein, das weder Städte noch Burgen baut, seine Häuser mit sich führt, Pfeile vom Pferd herab schießt, nicht vom Ackerbau, sondern von der Viehzucht lebt und auf Wagen wohnt?“ (Quelle