Reise nach Rennes-le-Château

Natürlich mussten wir/ ich  irgendwann, irgendwie nach Rennes-le-Château. War doch der legendäre Ort so oft in meinen Recherchen aufgetaucht und schien mit der Prophezeiung (die mit meinem Buch so seltsam korrespondierte) sowieso in engem Zusammenhang zu stehen. Schließlich steht inzwischen fest, dass Jesus‘ Gemahlin, Maria Magdalena, sich dort und in der Umgebung eine lange Zeit aufgehalten haben muss und die Gegend auch mit den Kindern und weiteren Nachfahren sowie Verwandten der beiden in Zusammenhang steht. Es hat garantiert einen tieferen Grund, dass der Priester der dortigen Kirche diese explizit der Madeleine, wie sie dort genannt wird, gewidmet und sehr aufwändig sowie geradezu liebevoll restaurieren lassen hat. Zu Recht wird sie heute als Gralskirche bezeichnet.

Anreise durch Hölle und Himmel

Da es in Rennes-le-Château keinerlei Nahverkehrsmittel gibt (kein Witz!), was mir auch erst nach Zimmerbuchung, aber glücklicherweise vor Anreise auffiel, mussten wir notgedrungen ein Auto mieten, logischerweise vom Flughafen in Toulouse aus. Laut Suchmaschine betrüge die Fahrt etwa eine Stunde.

Nun ja, bereits die Ausfahrt aus dem Flughafen gestaltete sich verwirrend ob der seltsamen Art des trotzig schweigenden Navis, einen mit rot aufleuchtenden Pfeilen zu erschrecken, die sich dann nach der hektisch genommenen Kurve als für die übernächste Kreuzung gemeint herausstellten …

Meinen vorsorglich erstellten Ausdruck der Route konnte ich selbstverständlich nach der ersten Viertelstunde direkt  entsorgen. 

Nicht nur die verwinkelten Straßen, seltsam aufgestellte und noch seltsamer weg gelassene Verkehrszeichen, aber vor allem ein unglaublich dichter, riesiger Stau ließen uns nach einer dreiviertel Stunde verzweifelten Herumkurvens immer mehr daran zweifeln, dieser massiv abgasenden Verkehrshölle jemals entkommen zu können. Zumal es auf dem Stadtring, der anscheinend der einzige Ausweg nach draußen war, weder voran noch umwegs, jedoch keinesfalls ruhig, ging.

Dazu meinte das Navi es immer wieder besser zu wissen, als sämtliche Wegweiser, sodass man an jeder Kreuzung neu rätseln musste, wem man nun vertrauen könne, beides schien inzwischen äußerst vage und riskant. Trotzdem man schon Blut und Wasser schwitzend, auch aus Sorge um das teure geborgte Fahrzeug, sehr vorsichtig fuhr, konnte man regelrecht verkehrswidrige Richtungsänderungen einfach nicht vermeiden, wollte man nicht zum Ausgangsort zurück kehren (damit meine ich eher den des Flugstartes).

Nach einer nervenaufreibenden Ewigkeit schaffte es unser Auto doch irgendwie in die richtige Richtung zu flüchten – schließlich war der ja Franzose.

Da es ganz langsam dämmerte, wir nun die letzten Straßen von Toulouse durchfuhren, schwante mir, dass wir nicht nur sehr viel später als angekündigt in unserem Quartier ankommen würden, sondern angesichts der kleinen Lädchen, die sich am Straßenrand zu verkrümeln schienen, wir auch kaum noch eine Chance bekommen würden, etwas Essbares auftreiben zu können.

Also noch eine halb verkehrswidrige Parkaktion in der Nähe eines solchen (natürlich nicht mit Parkmöglichkeiten versehenen) Krümels, was sich tatsächlich als rettend heraus stellte. Denn es kam wie vermutet.  Bis Rennes-le-Château kam kaum noch eine Möglichkeit, etwas einzukaufen, zum Essen gehen hatten wir keine Zeit, da wir nicht um Mitternacht erst unsere Vermieter (wir hatten privat gebucht) mit unserer Ankunft beglücken wollten. Und in dem verschlafenen, winzigen Bergnest hatte tatsächlich kein einziges Restaurant oder Imbisslädchen göffnet, als wir endlich gegen 22.00 Uhr ankamen.

Allerdings wurden wir unterwegs mehr als entschädigt.

Kaum waren wir Toulouse entronnen und fuhren vorsichtig aufatmend die wundervollen, baumbestandenen ländlichen Alleen Okzitaniens entlang, erschien am Himmel, exakt über unserer Straße, ein Regenbogen!

Was für ein wunderschöner Wegweiser!

regenbogen languedoc regenbogen richtung Rennes-le-Château

Sterne, herrliche Luft zum Aufatmen …

Nach einigen Stücken knusprigen Baguettes, wie bekommen die Franzosen das nur so köstlich hin, Tomaten, die tatsächlich nach Tomate schmeckten und ebenso leckeren Oliven, spazierten wir durchs nächtliche Rennes-le-Château.  Fuchs und Hase hatten sich schon gut Nacht gesagt, doch eine süße junge Siamkatze hatte sich offensichtlich entschlossen, uns zu begrüßen und unsere erste Stadtführerin zu sein. Auch das war ein wunderschönes und ausgesprochen nettes Zeichen von einem der Lieblinge der Isis. Leider haben wir sie nicht noch einmal gesehen, auch kein Foto gemacht, es war ohnehin dunkel. Doch da uns ihre Brüder und Schwestern ständig über den Weg liefen bzw. diesen auch mal gleich in Beschlag nahmen, hier andere Fotos der werten Verwandtschaft.

katze okzitanien

schwarze katze