„Wunder der Lebenskraft“

Was bestimmt die Lebenskraft? Ist sie nicht etwas vollkommen Selbstverständliches?
Je mehr man über das Phänomen Lebenskraft nachdenkt, desto mehr begreift man, dass es wirklich ein Wunder ist.
Allein das Hervorbrechen von zarten, grünen Trieben im Frühjahr aus winterlich eisig erstarrten, scheinbar toten Ästen oder Erdschichten fand ich schon immer faszinierend. Welche Kräfte bestimmen über Leben, Menge und Qualität der Energie? Was genau bewirkt den Übergang in eine andere Energieart, einen anderen Seinszustand? Was manifestiert die Lebensenergie in Organismen, lässt sie wachsen und vergehen? Sicher können wir viele der bestimmenden Faktoren wissenschaftlich ermitteln, doch einige wichtige eben nicht. Manche schwächende und stärkende Einflüsse kennen wir aus eigenem Erleben.

Brunnen-Maria-Schlange-Mond-Karlovy-Vary
Die Schlange mit dem Mond zu Marias Füßen …

Weltweit gibt es viele Bezeichnungen und auch Mythen zum Thema Lebenskraft. In der Magie redet man von Od, man kennt allgemein die Metapher, dass Gott einer Lehmfigur den „Odem“ eingehaucht hat, um sie zum Leben zu erwecken. Chinesen nennen es „Qi“ („Chi“ gesprochen), Japaner „Ki“, „Prana“ ist der Begriff aus dem Sanskrit, Tibeter sagen „Lung“ zur Lebenskraft. In hiesigen Breiten gibt es seither den Begriff „Äther“, der stark mit der Lebenskraft korrespondiert, aber eher eine Art Vorstufe dazu ist. Kommt der (Spirit) „Geist“ und die „Seele“ hinzu, entsteht die Lebenskraft. Wobei das englische Wort „Spirit“ dem Phänomen näher kommt. Es ist nicht nur der eigene Geist gemeint, das, was die meisten als Wachbewusstsein wahrnehmen. Sowohl das Unterbewusstsein als auch das höhere (Seelen-)Bewusstsein, die Verbindung zu höheren „Spirits“, spielen offensichtlich eine große Rolle. Verstärken sich diese Aspekte dynamisch auf bestimmte Weise, kann sich diese Kraft immens erhöhen. Das Spannende dabei ist: Wir können es beeinflussen. Im Sanskrit wird dies als „Kundalini“ bezeichnet. Sie kann zu einem Erleuchtungszustand führen, besonders wenn sie mit spiritueller Intention wachsen bzw. „erwachen“ durfte.

Symbolisch sieht man die Kundalini im Menschen als zusammen gerollte Schlange am unteren Ende der Wirbelsäule, die sich erwachend nach oben bis über den Kopf bäumt.

Schlangenquelle in Karlovy Vary
Schlangenquelle in Karlovy-Vary

Wir kennen die altägyptischen Darstellungen mit der Schlange über dem Haupt. Manche haben sogar zwei Schlangen (siehe hier). Ursprünglich schlängelten sich um den magischen Asklepiosstab, auch Caduceus genannt, zwei Schlangen. Heute wird er oft nur noch mit einer dargestellt. Der Asklepiosstab ist ebenso ein wichtiges Attribut des Hermes alias Merkur.  Dieser soll mit Hilfe des Caduceus tiefen bis ewigen Schlaf herbeigeführt haben. Eine andere Legende besagt, dass er den Streit zweier Schlangen (Merkur/Hermes gilt selbst als Hermaphrodit und Bote zwischen Ober-und Unterwelt) mit dem Caduceus geschlichtet haben soll. Auch soll er die Verwandlung von mit dem Stab berührter Dinge in Gold beherrscht haben, womit sich klar der alchemistische Aspekt zeigt. Merkur hatte, einer alten Legende nach, den ungeborenen Asklepios aus dem sterbenden Mutterleib gerettet und ihn in die (Heils-)Lehre zum weisen Cheiron gebracht. Cheiron wiederum war ein Sohn des weisen Chronos alias Saturn. Wir sind also wieder mitten in den Signaturensphären und mit Saturn schließen sich weitere Kreise, einerseits zur Manifestation von Energie in Materie andererseits zur Schlange – seinem Krafttier.

In fast allen alten, vor allem in uramerikanischen und asiatischen Kulturen bis zum alten Ägypten, hatte die Schlange große mystische, teils bannende (hypnotische), weise und heilende Kräfte. Als Ouroborus, die sich in den eigenen Schwanz beißende Schlange, steht sie für den Kreislauf Geburt-Tod-Wiedergeburt. Sie symbolisiert das göttliche GANZE und wurde in früheren Kulturen – in Amerika und Asien bis heute – verehrt. Ausgrabungen mit Schlangenfiguren und Schlangreliefs aus allen Hochkulturen, auch in Griechenland, bestätigen dies.

Die am goldenen Hirtenstab aufsteigende Schlange symbolisiert die Verbindung, den Aufstieg

merkur gemaelde-ausschnitt
Merkur-Signatur, Asklepiosstab, Gemälde-Ausschnitt
aus Irdischem bzw. tieferen Gefilden, Unbewusstem oder Materie- gebundenem, zum spirituell Göttlichen (Heiligen Geist – symbolisiert durch die Flügel), also die Bewusstwerdung bis hin zur Erleuchtung. In der Alchemie gilt der merkurische Ein-Fluss als bestimmend für die Art, wie sich Energie manifestiert. Wegen ihrer Häutung- wurde die Schlange schon immer als Symbol der Verjüngung verehrt. Aus ihrem Gift wurde schon früh Medizin hergestellt. Sie gilt als weibliches Symbol, ist eng verbunden mit der „Urmutter“ und Erde und zeigt dem Menschen den Weg (Wurzelchakra > Kopf > Richtung „Himmel“) auf.
Die Transformation wird beispielsweise auch durch jene Episode symbolisiert (Quelle: Bibel 2. Mose – Kapitel 7, Koran 20. und 26. Sure), in der Mose und Aaron dem herausfordernden, ungläubigen Pharao die Kraft Gottes beweisen, indem sie durch dessen Kraft aus einem gewöhnlichen Hirten-Stab (Mose war Hirte) eine aufrecht stehende, lebendige Schlange werden lassen. Diese verschlingt nicht nur alle anderen (schwarzmagisch entstandenen) Schlangen, sondern wird für weitere Wunder wie das Teilen des Meeres und belehrende Plagen genutzt.
Allgemein symbolisiert der Stab auch die Achse (Weltachse, Lebensbaum, Wirbelsäule). Die Metamorphose zur Schlange symbolisiert in dieser Geschichte des Mose deutlich die Bewusstwerdung, das Wunder, mit schöpferischer, göttlicher Kraft.

Der alttestamentliche Text Numeri (4. Mose) 21,4-9 »Der Herr antwortete Mose: Mach dir eine Schlange und häng sie an einer Fahnenstange auf! Jeder, der gebissen wird, wird am Leben bleiben, wenn er sie ansieht.« fordert zum Hinsehen, zur Bewusstwerdung auf.

Hinsehen lohnt sich also. Wunder der Lebenskraft / Der Film
Besonders auch wenn es sich um den Film „Wunder der Lebenskraft“ handelt. Denn dieser zeigt die Phänomene der bewusst geweckten bzw. verstärkten Lebenskraft, die zum Anstieg der Energie, Vitalität, Salutogenese und zu fantastischen Heilprozessen führen kann.
Der Filmemacher, Stephan Petrowitsch, hat dazu Protagonisten weltweit gesucht und gefilmt, die in der Lage sind, diese Phänomene schnell und stark zu forcieren. Sehr interessant ist es, Betroffene zu sehen und zu hören, die ob der immens verstärkten Lebenskraft zu höherer Lebensqualität gelangten und teilweise von schwersten Krankheiten, wie Krebs, wieder genasen.
Deutlich wird dabei, dass ein ganzheitlicher Prozess stattfindet. Nicht nur die initiatorische (marsische) Feuer-Energie, die sichtbar den Körper erwärmt und erschüttert, spielt hier eine große Rolle. Seele (Mond-, Venussignatur) und los gelöster Geist /Spirit (Merkur) finden durch die transformatorische Wirkung gewisse Erlösung.
Einige der Protagonisten deuten an, so z. B. Armin Mattich, welch immense spirituelle Kräfte am Wirken sind: Gott, Erzengel Michael (Signatur Sonne, „Erleuchtung“), Erzengel Gabriel (Signatur Mond, Geist, Seele) und Erzengel Raphael (Signatur Merkur, Heilung, Transformation) … oder Fratel Cosimo: Gott, Jungfrau Maria (Signaturen werden im obigen Foto des Brunnens in Karloy Vary bzw. in der Statue sehr schön symbolisch dargestellt). Wobei der Grundtenor generell darin liegt, dass es die höhere Kraft ist, die durch den Menschen wirkt …
Hier geht es zur Webseite, wo man den Film auch kaufen kann …

Ursprünge der Weihnacht

Weihnacht Ursprung Parallelen zu Saturnalien

Was feiern wir eigentlich Weihnachten?

Das fragt man sich jedes Jahr wieder und wenn das Fest bzw. die Vorbereitungen in Megastress ausarten, umso mehr. Immerhin weiß man heutzutage noch, dass es ein Fest der Besinnung, Freude, Liebe, Hoffnung, des Beschenkens  und der geschmückten immergrünen Zweige ist. Die meisten halten es für ein rein christliches Fest, an dem die Geburt Jesu‘ gefeiert wird.

Woher kommen die heute noch an Weihnachten abgehaltenen Bräuche?

Bei meiner Recherche zum Buch durchforstete ich ja einige Ursprünge verschiedener Mythen, Rituale, Denkweisen, kulturellen Phänomene … und stieß natürlich auch öfter auf dieses Thema.

Tatsächlich liegen die Ursprünge der weihnachtlichen Bräuche sehr viel tiefer in unserer globalen Kulturgeschichte. Interessant ist, dass es bereits im alten Orient ähnliche Feste genau zur gleichen Zeit, also um die Wintersonnenwende am 20. / 21. Dezember gab, an denen die Geburt oder Ankunft eines Helden, Königs oder Heilsbringers gefeiert wurde.

Auch die heute noch bekannten Saturnalien gehören dazu. Weihnacht Ursprung Parallelen zu SaturnalienUnter Saturn als erstem König, der sowohl himmlisch als auch irdisch herrschen konnte, soll das goldene Zeitalter geblüht haben. Zu den Saturnalien wurden im alten Rom bzw. Latinum alle Standesschranken und sogar Verurteilungen aufgehoben. Ein rauschendes Fest der Freiheit mit gegenseitigem Beschenken und großen Gelagen wurde gefeiert, die Kerker standen ebenso offen wie reich gedeckten Tische der Herrschenden, die sogar ihre Dienerschaft selbst bedient haben sollen.

Geheimnisvoll ist auch der Kult um die römische, wahrscheinlich aber vorrömische Göttin  Vulpeia (auch Vulpea oder Volupia) respektive Angerona. Der Ursprung ist so alt, dass es heute keine Zuordnung mehr gibt. Unklar ist auch, ob Angerona und Volupia die gleiche göttliche Wesenheit verkörpern, wobei die Verschmelzung von göttlichen Wesenheiten im Laufe der Jahrhunderte öfter stattfand. Jedenfalls steht die Statue der Angerona im Tempel der Volupia im früher heiligsten und auch ältesten Bereich Roms.

Die Statue der Angerona / Vulpeia zeigt sie mit verbundenem oder fest verschlossenem Mund, einen Zeigefinger warnend davor gehalten. Sie gebietet also Schweigen. Einen mystischen Bezug gibt es zum geheimen Namen Roms, wie der römische Gelehrte und Historiker Plinius meinte. Der ursprüngliche Name war so streng gehütet, dass sein Verrat unter Todesstrafe stand und sogar vollstreckt worden sein soll (siehe hier).

Interessanterweise ist der Festtag der Vulpeia / Angerona die Wintersonnenwende. Verbunden wird damit die Wiederauferstehung des Lichts, also auch (Wieder-) Geburt, Fruchtbarkeit und spiritueller Siegeszug des Göttlichen bzw. Guten nach einer Zeit der Besinnung und Stille. Diese Interpretation wird in einigen alten Kulturen auf dem gesamten Erdball der Wintersonnenwende zugeschrieben. Die alten keltischen Bräuche zielen darauf ebenso wie die alten germanischen. Schon damals schmückten die Menschen ihre Wohn- und Kultstätten mit immergrünen Zweigen als Symbol der Fruchtbarkeit, Unsterblichkeit, Hoffnung, Leben … Es wurden Feuer entzündet und man feierte bzw. zelebrierte die Nacht bis zum Morgen als Ankunft und Sieg des Lichts.

So auch der so genannten Yalda-Nacht, welche im Persischen „Nacht der Geburt“ heißt und aus der zoroastrischen Zeit bekannt ist. Die gefeierte Geburt des göttlichen Mithra hatte allerdings noch frühere Wurzeln im mesopotamischen Kulturkreis. Es gibt viele frappierende Ähnlichkeiten zum christlichen Weihnachtsfest als Jesu‘ Geburt, denn Mithra gilt als Synonym für Licht, Liebe, Barmherzigkeit, Freundschaft, Freundlichkeit, Mitgefühl … alles was auch Jesus verkörpert. Außerdem ist das Symbol des persischen Mithra das gleichschenklige Kreuz!

Zur Feier kam man in den Familien, Häusern, Höfen zusammen und erzählte sich Geschichten, orakelte und beschenkte sich. Ziel ist, die dämonischen Mächte gemeinsam zu bezwingen bzw. sich zu schützen und das neue Licht zu begrüßen, wozu Feuer entfacht werden. Wir nehmen dazu heute Kerzen ; ) oder hängen LEDs auf.

Über die Zeit des Advents ist im Buch auch einiges zu lesen. Da ist Demeter auf der verzweifelten Suche nach ihrer von Hades entführten Tochter Kore / Persephone in Eleusis angekommen. Im Griechischen bedeutet Eleusis (Elefsi) soviel wie Ankunft und vermutlich geht der Name auf diesen Mythos zurück. Glücklicherweise kann Kore frei kommen, wird sozusagen aus der Unterwelt wieder geboren, und seither feierte man die mysteriösen Eleusien. Diese waren berühmt, begehrt, jeder wollte daran teilnehmen, nur wenige wurden zugelassen, denn die Voraussetzungen waren streng. Ein guter Lebenswandel ohne schlimme Taten und Verbrechen musste der Anwärter vorweisen, weshalb einige hochrangige Herrscher nicht zugelassen wurden, sowie Nero. Die Eleusien wurden zweimal im Jahr zelebriert, das Zweite, dass zu Beginn des Winters abgehalten wurde, war sehr geheim. Niemand dufte über die Rituale und Geschehnisse im Allerheiligsten sprechen, was wiederum an Angerona erinnert.

Vielleicht heißt es deshalb noch immer stille Nacht …

Freuen und fokussieren wir uns also auf das (spirituelle) Licht und eine besinnliche Weihnacht wünsche ich …

Weihnacht Ursprung

Forschung zu Themen wie Signaturen, Kulturen, Symbolik, Spiritualität

Die hier veröffentlichten Beiträge verstehen sich als kurze Auszüge zu den Themen: Signaturen, Kulturen der Welt und deren Geschichte, Symbolik, Schriftgeschichte, Spiritualität, Medialität, Hypnose, Bewusstsein, übernatürliche bzw. grenzwissenschaftliche Phänomene, Mythologie, Märchen und Legenden, Religionsgeschichte, heilige Proportionen | Geometrie …
Das Buch ist ein Teil dieser „Forschungsreise“, deren Intention eine Art mentaler, kreativer „Alchemie“ ist.
Dazu gehören 7 Gemälde, die noch in Arbeit sind.
Das Ziel wahrer „Alchemie“ ist das spirituelle und innere „Gold“, Reflektieren, Transformation, Heilung, Erleuchtung und Transzendenz …

Geheimnisvolle Überraschungen im Prager Loreto

Monstranz-Jungfrau-12-Sterne-Mond

Es war ein kalter grauer Oktobertag, dessen Laune sich zu allem Überfluss auch noch in dichtem Nieselregen erging. Also das richtige Wetter für einen Spaziergang – jedenfalls auf dem Hradschin in Prag. Denn dort ist dann die richtige mystische Atmosphäre, die einem einen Schauer nach dem anderen den Rücken entlang jagt.
Da es wegen einem lokalen Event sehr voll und eng war, bogen wir in Seitengassen ab. So gelangten wir zum Loreto.

Das Loreto, benannt nach einem italienischen Wallfahrtsort, beherbergt die Kirche „Christi Geburt“, die (wie im italienischen Loretto erbaute) Loretokapelle und das Konventsgebäude des Kapuzinerklosters, wie ich später nachlas.

Es ist inzwischen auch in Prag einer der wichtigsten Wallfahrtsorte und unbedingt einen Besuch wert.
Als erstes betritt man nach dem Kaufen der Eintrittskarten die klösterlichen Arkaden mit vielen schönen und interessanten Gemälden, Statuen und Nischen mit Altären. Wir überquerten den Innenhof und gingen in die Loretokapelle, welche mit einer völlig fremdartigen Anmutung überraschte. Schon äußerlich hebt sie sich von den anderen Bauten ab, da sie eher wie ein griechischer kleiner Tempel wirkt.

Innen war – für mich – die Überraschung noch größer, denn zu der seltsamen mythischen Anmutung, die einen unmittelbar nach Betreten des kleinen Raumes ergreift, kam der Name Lobkowitz bzw. Lobkowicz über dem Altar hinzu.

Loretokapelle Prag, Lobkowicz Altar
Loretokapelle Prag innen*

Dieser Name hatte für mich während der Arbeit an meinem Buch große Bedeutung erlangt, da ich über die Präsenz der Polyxena von Lobkowicz u. a. zum großen Einfluss dieser bedeutenden und mutigen Frau und zu den Geheimnissen um die kleine heilige Statue des Jesuskindleins – einem weiteren, sehr bedeutenden Wallfahrtsort in Prag – … kam (in meinem Buch ist ein Kapitel darüber). (Über den Besuch des Lobkowicz-Palastes auf dem Hradschin bei einem anderen Besuch Prags berichte ich kurz hier.)

Die heilige Kapelle ist der Nachbau des „heiligen Hauses“ – wie ich später las – jenes Hauses, in dem die Verkündigung Jesu‘ Geburt durch den Erzengel Gabriel für Maria statt fand.
Als Stifterin der Loretokapelle wird Benigna Catherine von Lobkowicz genannt, wie ich später las, was wohl den Namen am Altar der Kapelle erklärt. Erstaunlich, dass gleich zwei Frauen aus dieser Adelsfamilie zwei der bedeutendsten Wallfahrtsorte Prags (und darüber hinaus) stifteten.

Doch das sollte nicht die einzige Überraschung sein.

In der Loretokirche, die ebenfalls eine andersartige, Ehrfurcht einflößende, elegische Atmosphäre erzeugt, fielen mir schon einige Details auf, die den restriktiven Auffassungen der früheren römisch katholischen Kirche eigentlich nicht ganz genehm gewesen sein dürften. Aber wie schon öfter, hatten die Künstler es verstanden, bestimmte Botschaften geschickt in den Gemälden und plastischen Kunstwerken unterzubringen.
Als wir dann nochmals die Arkaden entlang gingen, um zur Ausstellung zu gelangen, fiel mein Blick auf den zweiten Brunnen im Innenhof. Die weibliche Statue mit dem Strahlenkranz erzeugte natürlich gleich Aufmerksamkeit, ich zählte nach, tatsächlich waren es 12 Sterne. Das erinnerte sofort an die Prophezeiung, die mit meinem Buch so stark verbunden schien. Nun ja, konnte auch Zufall sein, zumal der Mond und Drache fehlte.

Die dann besichtigte Schatzkammer des Loreto war sehr beeindruckend, doch als ich den wertvollsten Schatz sah, dachte ich zu träumen. Hier war die mit 12 Sternen bekränzte Jungfrau, die auf dem Mond stand und der Drache eindeutig zu sehen! Der Drache ist erst bei genauerem Hinschauen zu entdecken, er schlängelt sich unten um den Fuß, sein Kopf liegt mit dem Scheitel auf dem Boden, sein Maul ist geöffnet, die Zunge heraushängend. Offensichtlich soll er einen besiegten Eindruck erwecken, während die von ihm einst bedrohte, geflüchtete Jungfrau (wie es in der Prophezeiung – Off. Joh. 12 – steht) nun doch triumphierend über ihm steht.

Und das ist ein – wie ich später las – weltberühmtes Artefakt, eine Monstranz mit 6222 (!) Diamanten besetzt, das auch die „Prager Sonne“ genannt wird. Dies war der Zeitpunkt, an dem ich beschloss, die Fotografiererlaubnis zu kaufen. Und es war so ein Moment, wo man das Gefühl hat, bei einem Drehbuch mit zu spielen, das schon längst geschrieben wurde.
Eine bessere Allegorie zum Sieg des (spirituellen) Lichtes und nebenbei zum fulminanten Ende meines Buches im Sonnenportal kann man sich kaum vorstellen. Diese ist jedoch aus dem 17. Jh.

Alles in allem schienen die Auftraggeber dieser Kunstwerke über ein besonderes Wissen und über die Intention zu verfügen, dieses auch anzuwenden – wie gut.


* Fotos: Mit freundlicher Genehmigung durch LORETO PRAGUE, Order of Friars Minor Capuchins, herzlichen Dank an Kuratorin Mgr. Markéta Baštová.

Schlafende Ishtar – was wussten Olier und Delacroix von Schneewittchen?

Es gibt vieles Bemerkenswertes und noch viel mehr Geheimnisvolles, das die heiligen Gemäuer der Pariser Kathedrale St. Sulpice raunen könnten.

Schon der äußere Anblick des imposanten Bauwerks, der mehr an einen Tempel erinnert, lässt gewisse Ahnungen aufkommen. In der Kunst wurde schon oft die Darstellung eines Tempels a la Akropolis als Symbol für die (weibliche) göttliche bzw. höhere Weisheit, die Sophia, verwendet.

St. Sulpice war  im 17. Jh. u. a. ein Hort der geistig spirituellen Erweiterung und Erneuerung respektive Rückbesinnung auf die ursprünglichen Lehren.

Grab-Oliers-St.Sulpice
Grab Oliers in St.Sulpice

Jean-Jacques Olier (1608–1657) gründete damals das berühmte Prieserseminar St. Sulpice mit jener Intention. Eines der besonderen Geheimnisse war, das er die Initiation dafür durch sogenannte Bilokationen der heiligen Agnes (1602 – 1634) erhielt.
Eine Bilokation ist eine Erscheinung an zwei Orten gleichzeitig, die in diesem Fall erstaunlicher Weise offiziell von der Kirche anerkannt wurde! Unter anderem brachte die heilige Agnes bei diesen Erscheinungen dem Herrn Olier die Bedeutung und Liebe zu den Marien nahe …

Auch die Einführung der Schutzengelfeste folgte bald darauf.

Interessant ist auch, dass Olier sich intensiv mit Märchen befasst und das Märchen, dass hierzulande als „Schneewittchen“ bekannt ist, neu auflegte. Diese Auflage erreichte seinerzeit eine große Popularität und somit war ein bestimmtes Ziel erreicht.

Mir fiel in diesem Zusammenhang das Mysterium der schlafenden Göttin von Malta ein. Auch dort gibt es hoch interessante Zusammenhänge zu den Inhalten des Märchens. Oder man sollte wohl eher sagen, das Märchen überliefert uraltes Wissen bzw. Geschehen auf „harmlose“ Art. Nur so war es möglich, über Jahrtausende am Index (der abgefallenen Machtmenschen der katholischen Kirche, Inquisition …) vorbei zu existieren.

Als ich das erste Mal in Malta das Hypogäum besichtigte, wusste ich: dort liegt ein großes, bedeutsames Mysterium verborgen. Damals waren jedoch die uralten megalithischen Tempel dort kaum beachtet, einige waren beliebte Grillplätze für Einheimische(!) Heute kommt man kaum noch heran an einige Tempel, inzwischen werden sie wesentlich besser geschützt. Im Hypogäum kann man die „schlafende Göttin“ bzw. Venus oder auch Urmutter bewundern … Überlebensgroße Frauenstatuen sind in fast allen Tempeln auf Malta zu finden und es gibt interessante Mythen dazu. Ein Mythos handelt eben von der schlafenden Göttin, die zum richtigen Zeitpunkt erwacht bzw. sich aus ihrer „Gefangenschaft“ befreit …

Natürlich finden sich in St. Sulpice so einige Gralssymbole sowie wundervolle vielsagende Gemälde und Skulpturen. Zu den hoch interessanten Gemälden von Delacroix in der dortigen Engelskapelle, gibt es hier etwas zu lesen. Man entdeckt immer wieder geheimnisvolle Fäden zu Jesus und Maria Magdalena, zu den Mysterien von Rennes-le-Chateau …

Seltsam ist auch die Parallele vom todbringenden Herzanfall des Pfarrers Berenger Sauniere am 17. 1. 1917, zum Todestag des Heiligen Sulpicius II. (geb.Ende d. 6. Jh. in Vatan, Frankr.) am 17. Januar 647 in Bourges. UND: Die Komtess Marie de Negre D’ables Dame d’Hautpoul de Blanchefort, die das Geheimnis von Rennes-le-Chateau überlieferte, starb am 17. January 1781. Das umstrittene Script „Le Serpent Rouge“ wurde am 17. Januar 1967 vervielfältigt und der französischen Nationalbibliothek zu gesendet.

Fontaine des Amours – lebendiges Symbol für „Ursprung der Liebe“

Ein Zeichen? „Fontaine des Amours“ oder eine mysteriöse Bestätigung zur Wahl meines Buchtitels.

Kurz vor Veröffentlichung des Buches suchte ich nach einem passenden Titel. Dass die sieben Portale darin vorkommen müssen war als Einziges klar. Doch wie fasst man den immensen Reichtum an Themen zusammen, den das Buch enthält?
Außerdem passt es irgendwie in keine Schublade oder Sparte. Ist es doch Thriller, Sachbuch, Roman, Sammlung von Geschichten, Mythen und Märchen, gewissermaßen auch eine Hilfe zur Selbsterkenntnis, Transformation, Suche, Selbstheilung …
Als alles Grübeln nichts half, kam die Erkenntnis mit einem Mal: Es ist eine Reise zur Quelle, zum Ursprung der Liebe.
Denn wie vieles in der mehrjährigen Entstehungsgeschichte voller Forschungen und Erfahrungen, hatte sich dieses Thema verselbständigt, wurde zu einem gemeinsamen Nenner, einem führenden Licht durch die 7 Portale in 7 Facetten, Farben, Temperaturen, Frequenzen … am Ende des Tunnels …
Fast hätte ich es „Sieben Portale zur Quelle der Liebe“ genannt, doch das schien mir sprachlich bzw. mental etwas zu unklar.

Und da es mich während des Recherchierens und Schreibens immer wieder zu Maria Magdalena, heiligen und berühmten Frauen sowie deren Beziehungen aller Couleur führte und durch das Sonnenportal irgendwie auch zu Jesus, also Inkarnationen göttlicher Liebe, Menschen, die Liebe von Herzen verström(t)en und damit „Berge versetzten“, schien es noch einmal passender.

Eine der wichtigen Erkenntnisse durch diese Arbeit erscheint im Venusportal:

„Liebe und Kunst rettet die Welt.“ „Fontaine des Amours – lebendiges Symbol für „Ursprung der Liebe““ weiterlesen

Unheimliche Energien in Arques (Okzitanien)

Bei einem Blick auf die Landkarte Okzitaniens entdeckte ich unweit von Rennes-le-Château den Ort Arques.

Arques?

Der Name löste sogleich Assoziationen aus, zumal ich mich in meinem Buch mit den interessanten etymologischen Ähnlichkeiten von Arcadien bzw. arca | dia („et in arcadia ego“ in Poussins Gemälde), der Arche Noahs bis hin zur Bundeslade, der Kastenwiege des Moses (in der er ausgesetzt und gefunden wurde), dem mythologischen Arkas usw. beschäftigt hatte.
Also beschloss ich, diesem Ort einen Besuch abzustatten.
In Prospekten wird als Sehenswürdigkeit eigentlich nur die Burg dort erwähnt.
Dieses hoch aufragende mittelalterliche Bauwerk empfängt den von Rennes-le-Château bzw. Rennes-les-Bains kommenden Besucher gleich vor dem Ort. Die Burg an sich besteht eigentlich nur aus einem quadratischen hohen Turm, dessen Ecken von runden Türmen mit kleinerem Radius eingefasst sind. Umfriedet ist diese mit einem nicht umlaufenden Mauerwerk, in das sich eingangs rechts und links zwei kleinere Häuser fügen. Die drei Gebäude kann man besichtigen, was allerdings nicht sehr ergiebig ist, denn dem Betrachter steht gähnende Leere gegenüber. Die durchaus interessante Architektur wirkte auch sonst etwas trutzig und kalt, was sich beim Besichtigen und Besteigen des Turms weiter verstärkte.
Im Gegensatz zur wunderschönen Umgebung, auf die man vom Turm aus einen schönen Ausblick genießt, und deren eher lieblichen Anmutung und Energie wie z. B. auch die von Rennes-le-Château, braut sich hier irgendetwas Ungutes zusammen, hatte ich das Gefühl.
Als ich dann im Flyer, den wir am Empfang bekommen hatten, las, dass der ehemalige Burgherr (aus der Familie Voisin) durch Brutalität und vor allem Verbrennung einer einheimischen Frau als Hexe bekannt war, ahnte ich warum.
Wir wollten nach der Besichtigung der Burg gleich wieder diesen Ort verlassen, ohne das Dorf an sich zu besichtigen.

Noch seltsamer war dann, dass unser Navigationsgerät, das bis dahin zuverlässig funktioniert hatte, plötzlich keinen Ton und keinen Pixel mehr von sich geben wollte. Den Akku hatten wir vorher überprüft, an diesem lag es nicht.

Wir haben den Weg zwar auch ohne Navi gefunden, doch ich war dermaßen k. o. – (ähnlich wie das Navi?), dass ich mich in unserer Unterkunft dann erst einmal ausruhen musste.
Meine radiästhetische Testung ergab jedoch, dass das nicht von „negativen“ Energien herrührte. Seltsam.
Ließ dann eigentlich nur den Schluss zu: Wenn das Navi sich weigert, sollten wir den Weg wohl nicht fahren, den wir uns vorgenommen hatten. Sollten wir also in die andere Richtung, in den Ort hinein fahren?
Offensichtlich birgt dieser Ort noch Geheimnisvolles und das nächste Mal werden die Burg links liegen lassen und den Ort selbst besuchen.

PS: Allerdings ist anscheinend von dem Landstrich um Rennes-le-Château bekannt, wie wir später lasen, dass dort gern mal technische Geräte verrückt spielen.

Seltener Siebenstern auf Templerkreuz

siebenstern-templerkreuz Rennes les Bains

Da man relativ selten auf einen Siebenstern trifft, ist es besonders interessant, Siebenstern Templerkreuz Rennes les Bainseinen solchen, noch dazu an einem mystischen Ort und auf einem Templerkreuz, zu finden!
Diesen hier kann man auf dem Friedhof von Rennes-les-Bains bewundern.
Wer jetzt noch meint, es wäre nicht sicher, dass Templer bzw. keltische Nachfahren mit alchemistischem Background hier wohnten, schaue sich dies in Ruhe an und denke nach

; )
Zu denken gibt außerdem, dass sich kein Name auf dem Gedenkstein finden ließ, nicht mal ein stark verwitterter. Also für wen wurde dieses Kunstwerk aufgestellt?

Die geradezu kunstvolle Patina, wie sie nur die Natur über viele Jahrzehnte schafft, lässt vermuten, dass das Kreuz schon eine ganz Weile dort stehen muss. Stand es schon zu Boudets Zeiten? Hat er es gar aufstellen lassen?

Zum alchemistischen Siebenstern siehe auch hier.

Das Lamm und der Halbmond oder fulminante Allegorie fürs Sonnenportal

lamm_halbmond-nachbildung

Da ich während der Arbeit am Manuskript u. a. auf die heilige Polyxenia aufmerksam gemacht wurde, wollte ich natürlich mehr dazu wissen.
Meine Recherchen ergaben, dass sie zu ihrer Zeit die einflussreichste Frau im Königreich Böhmen und weit darüber hinaus war (Böhmen hatte damals großen Einfluss in Europa). Sie zeichnete sich durch einzigartige Courage, nicht nur während des „Prager Fenstersturzes“ aus, während dessen sie sich, einige in Nachbarräumen versteckte Freunde schützend, den hereinstürmenden Angreifern entgegen stellte und ihnen somit das Leben rettete.
Ihr Engagement für weniger Bemittelte, für Bildung und spirituelle Entwicklung war in diesen Zeiten alles andere als selbstverständlich, vor allem für eine Frau.
Das wertvollste Artefakt Prags gelangte durch ihre Schenkung an die Unbeschuhten Karmeliter für die Maria-Victoria-Kirche und schuf im Laufe der Zeit einen Wallfahrtsort, zu dem noch immer viele Menschen kommen. Dazu mehr in einem anderen Artikel.

Polyxenia von Pernstejn hatte nach dem Tod ihres ersten Mannes den böhmischen Kanzler, Zdenek Vojtec Lobkovic geheiratet, in dem sie glücklicherweise eine offenbar gleichgesinnte Seele gefunden hatte. Dort fand auch genannte Geschichte statt. Man kann in Prag den Palast Lobkovic auf dem Hradschin besuchen, der viele schöne Kunstobjekte beherbergt. Ein Audioführer vermittelt dazu interessante, historische Informationen und Anekdoten.
Unter diesen wertvollen Unikaten fiel mir besonders eine Monstranz auf (nachgebildete Grafik): lamm_halbmond-nachbildung Ein goldenes Lamm trägt auf seinem Rücken einen schalenförmigen Halbmond- eigentlich mehr ein Viertelmond. Die relativ kleine Skulptur in der Mitte der Monstranz wird von einer dazu vergleichsweise geradezu gigantisch wirkenden barocken Monstranz umrahmt.

Bemerkenswert finde ich nicht nur die Größenverhältnisse, wodurch die Kostbarkeit und Symbolik der inneren Skulptur betont wird, sondern die Symbolik selbst- vor allem die Kombination.
Als ich es nun nach einiger Zeit  wieder sah, fiel mir auf, wie sehr diese allegorische Darstellung inhaltlich zum Finale meines Buches (die erstaunliche Entwicklung im Sonnenportal  …) passt.