Tiefe Mystik wenn man es am wenigsten erwartet

Südfrankreich, speziell das Languedoc, ist längst für eine gewisse Magie, Spiritualität und Mystik bekannt. Spezielle Orte sind sogar inzwischen weltberühmt in dieser Hinsicht, allen voran Rennes le Chateau, wenn man vom weiter nördlich liegenden, noch berühmteren Lourdes absieht.

Die Küste Südfrankreichs, die Côte d’Azur, erzeugt eher Assoziationen  zu Urlaub in mondänen Badeorten als „Treff der Schönen und Reichen“ …

Ein Besuch in Nizza war daher eher von ähnlichen Erwartungen geprägt. Wobei die Jugendstilarchitektur und diverse sehr gut ausgestattete Museen auch das kunstinteressierte Herz erfreuen dürften. So war es auch. Selten kann man in einem vergleichsweise kleinen Urlaubsort  so viel Kunst und historisches Kunsthandwerk besichtigen.

Erstaunt stellten wir ebenso fest, dass es sehr viele Kirchen und Kapellen dort gibt. Man hat das Gefühl, hinter jeder dritten Abbiegung befindet sich ein faszinierend errichteter sakraler Bau. Auch die Innenausstattung ist teilweise sehr interessant. Es wimmelt geradezu von mystischen Symbolen, speziell Gralssymbolik, Anspielungen bis direkte Hinweise  auf Maria Magdalena, überall das „flammende Herz“ Jesu, Freimaurersymbolik  …

Bereits bei der Ankunft in Nizza war eine besondere Energie spürbar, die ich anfangs jedoch auf die „Urlaubserwartung“ schob.  Die Basilika „Notre-Dame de Nice“ sollte mich eines Besseren belehren. Beeindruckend ist nicht nur die imposante Architektur, die an Notre-Dame in Paris und Chartres erinnert.

Auch die schönen Kunstwerke, also die Gemälde, brillierenden Glasfenster und bildhauerischen Werke im Innenraum sind sehr sehenswert. In einer der Kapellen überfiel mich jedoch urplötzlich und völlig unerwartet eine solche spirituelle (Marien?) Präsenz, dass ich eine ganze Weile um Fassung ringen musste.

Es war unerklärbar.  Vielleicht war es gerade die Unbefangenheit …, dass man nichts erwartet hatte …, die das ermöglichte.

Später las ich, dass Nizza auch die „Bucht der Engel“ genannt wird.

Wie passend fand ich das nun.

Offensichtlich war es auch in vergangenen Zeiten schon ein spiritueller Ort besonderer Güte. Denn es gibt Überreste eines großen gallo-römischen Tempels, in dem man den sieben Signaturen bzw. den zugeordneten Gottheiten huldigte.  Das Musee Archeologique de Nice-Cimiez präsentiert typische Artefakte dazu, die durch ihre Kunstfertigkeit beeindrucken. Immerhin wurden sie bereits um das Jahr 0  gefertigt. Interessant ist dazu auch eine Übersichtstafel der damals populären, göttlichen Wesenheiten von Mars bis Jupiter … (Leider verbietet das Urheberrecht die Veröffentlichung von Fotos hier)